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| zur Geschichte... Artikel aus den "Burgnachrichten | |
Zeittafel
zur Geschichte der Burg Liebenstein:
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ca.
1270 |
Erbaut
durch Graf von Schwarzburg-Käfernburg |
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1282 |
Erste
urkundliche Erwähnung |
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1282
1363 |
Verschiedene
Lehensträger und Burgherren stammen aus dem Geschlecht von Witzleben |
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1364
1366 |
Im
Besitz der Grafen von Schwarzburg |
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1367 |
Landgraf
von Wettiner, neuer Besitzer |
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1434
1820 |
Familie
von Witzleben wurde mit Burg belehnt |
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ca.
1610 |
Errichtung
des vorderen Schlosses |
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1820 |
Letzter
Lehensträger Graf von Salisch |
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1830
1859 |
Sitz
des Justizamtes aus den Gerichten Elgersburg und Liebenstein |
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1867 |
Verkauf
auf Abbruch, Nebengebäude wurden abgetragen |
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1955 |
Sicherungsmaßnahmen,
Errichtung einer Freilichtbühne |
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1976 |
Sicherungsarbeiten
am Küchenbau |
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Seit
1998 |
Renovierungsarbeiten |
Heutiger
Besitzer ist der Freistaat Thüringen unter Verwaltung der Stiftung Thüringer
Schlösser und Gärten
Geschichte der Burg Liebenstein (aus "Liebensteiner Burgnachrichten" vom 10. November 2000)
Entgegen dem bisherigen Forschungsstand muß die Existenz
der Burg Liebenstein schon für das letzte Drittel des 13. Jahrhunderts angenommen
werden. Bereits zwischen 1282 und 1358 werden mehrfach Herren von Liebenstein
genannt. Als erster tritt uns Albrecht von Löwenstein entgegen, als am 2. Oktober
1282 die Grafen Günther und Heinrich von Schwarzburg eine Schenkung desselben
in Bunstat (bei Ehrenstein) an das Kloster (Stadt-) Ilm bestätigen. Weitere
Erwähnungen erfolgen 1293, 1320 und 1322 gemeinsam mit mehreren Herren von Witzleben.
Dieser Umstand ist umso bemerkenswerter, als 1320 Albrecht von Lobenstein den
Friedrich von Witzleben zu Elgersburg als seinen Oheim bezeichnet. Aus der Urkunde
geht hervor, dass Albrech einen Bruder Diterich, sowie die Söhne Herboto, Hermann
und Apetz besaß. Ein Hermannus de Lewensteyn wird 1288 gemeinsam
mit den Brüdern Friedrich und Herbort von Witzleben, sowie Heinrich von Witzleben
erwähnt.
Auch bei Hermann von Lewenstein ist der eigenartige Umstand
zu verzeichnen, dass von den zehn mir bekannten Urkunden zwischen 1288 und 1322
in welchen er auftritt, in fünf Urkunden Friedrich und Herbort von Witzleben,
sowie i je einer der beiden erscheint.
Nochmals tritt ein Hermann von Lewenstein 1348 und 1350
auf. Ein Tizel von Lobenstein wird zwischen 1320 und 1343 einige Male genannt;
1349 Dietrich von Löwenstein, 1358 Dietrich von Lebenstein.
Schon aus dem oben genannten dürfte deutlich werden, dass
offenbar zwischen den Herren von Liebenstein und denen von Witzleben ein Zusammenhang
besteht.
1298 werden die Gebrüder Hermann und Heinrich von Witzleben
erwähnt. Letzterer ist gemeinsam mit den Brüdern Friedrich und Herbort von Witzleben
Zeuge in der schon genannten Urkunde von 1288, als Hermann von Lewenstein Besitz
in Sundremda an das Kloster (Stadt-) Ilm vergibt. 1299 tritt auch Heinrich von
Witzleben Zinsen in diesem Ort an das genannte Kloster ab. Aus den beiden Urkunden
geht hervor, dass es sich dabei um schwarzburgische Lehen handelte. Noch im
selben Jahr - 1299 schenkte Graf Günther von Schwarzburg selbst den Zehnten
in Sundremda an das Kloster Ilm. Als Zeuge dieser Handlung fungierten Friedrich
von Witzleben und Hermann von Lewenstein.
Mit aller Wahrscheinlichkeit handelte es sich also bei Hermann
von Lewenstein und Hermann von Witzleben um ein und dieselbe Person, nämlich
den Bruder Heinrich von Witzlebens. Erhärtet wird diese Feststellung durch den
Umstand, dass zwischen 1288 und 1320 ein Hermann von Witzleben nie alleine in
Urkunden erscheint, sondern immer zusammen mit Heinrich. Der gemeinsame Name
wird also nur dann gebraucht, wenn er zusammen mit seinem Bruder auftritt, während
er sich sonst Hermann von Lewenstein nennt. Erst 1322 erscheint in einer Zeugenreihe
einer schwarzburgischen Urkunde Hermann och Witzeleiben. Einen weiteren
Beweis für die Verwandtschaft der Herren von Witzleben und der Herren von Liebenstein
erbringt eine Urkunde aus dem Jahre 1363. In ihr bekennt frize v. Witzleben,
Ritter gesessen uf dem Huse zu dem Liebensteine, dass ihm Graf Johann
von Schwarzburg Herr zu Wachsenburg, 40 Mark I.S. Erfurtischen Zeichens gegeben
habe, weil er demselben den Hof vor dem Hause zu dem Liebenstein und 4 Mark
Geldes jährlich Zinsen von allen seinen Gütern zu Angelroda zu einem rechten
Burggut aufgetragen habe; den Hof dürfte er nur mit Rath und Willen des Grafen
von Schwarzburg verkaufen, doch soll er Macht haben dies zu thun an Titzeln
von Witzleben, von dem er ihn gekauft habe.
Es ist sicher kein Zufall, dass auch der letzterwähnte Herr
von Liebenstein den Namen Tizel trägt. 1358 bestätigt Diczil von Lebenstein,
dass er von Graf Johann von Henneburg 75 Pfund Heller zu einem Burggut auf dem
Hause Elgersburg erhalten hat. In den Besitz eines Teiles der Elgersburg war
die Familie von Witzleben bereit vor 1297 gekommen. 1315 verpfändeten die Grafen
von Henneberg einen weiteren Teil an Fritz von Witzleben. Wurde die Burg wahrscheinlich
auch vor 1346 von den Grafen wieder eingelöst, so finden wir die Söhne Hermann
und Fritz dennoch 1354 gemeinsam mit ihrem Vetter Tizel von Witzleben im Besitz
des hennebergischen Lehngutes Sachsenroda (bei Ilmenau). Um eben diesen Vetter
Tizel scheint es sich auch zu handeln, der 1358 als Diczil von Lewenstein
mit einem Burggut zu Elgersburg belehnt wird und vor 1363 seinen Hof in Liebenstein
an Fritz von Witzleben verkauft.
Daß es sich bei diesem Wechsel des Familiennamens um kein Einzelbeispiel handelt, ist mehrfach nachgewiesen. So zum Beispiel auch die zwischen 1266 und 1388 erscheinenden Herren von Angelroda, einem Zweig der Familie von Witzleben. Wie bereits festgestellt, befanden sich die Liebenstein benachbarten Herrschaften Arnstadt und Schwarzburg im 13. Jahrhundert in den Händen der Grafen Käfernburg und Schwarzburg.
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